Die Diskussion über die Gestaltung von Büros hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Nach der Pandemie stand zunächst die soziale Rolle des Büros im Mittelpunkt: Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit wurden als zentrale Qualitäten physischer Arbeitsorte hervorgehoben. Parallel dazu rückt jedoch ein weiterer Aspekt zunehmend in den Fokus der Planung: die Fähigkeit zur Konzentration.
Im Zeitalter hybrider Arbeit wird deutlich, wie stark die physische Umgebung unsere Aufmerksamkeit beeinflusst. Während zu Hause oft individuelle Rückzugsmöglichkeiten entstehen, müssen Büros heute Arbeitsumgebungen bieten, die sowohl Austausch als auch fokussiertes Arbeiten unterstützen. Für Architekten und Planer bedeutet das, Arbeitswelten differenzierter zu denken, als Ökosystem aus verschiedenen räumlichen und atmosphärischen Settings.
In diesem Kontext gewinnt ein Gestaltungsprinzip zunehmend an Bedeutung: Biophilie.
Der Begriff beschreibt die angeborene Neigung des Menschen, sich mit natürlichen Elementen zu verbinden. Evolutionspsychologisch ist diese Verbindung tief verankert. Über Jahrtausende hinweg lebte der Mensch in unmittelbarer Beziehung zur Natur. Räume, die diese Nähe aufgreifen, werden daher bis heute intuitiv als angenehmer, stabiler und ausgeglichener wahrgenommen.
Gerade in Arbeitsumgebungen, in denen Aufmerksamkeit eine zentrale Ressource ist, kann diese Qualität eine entscheidende Rolle spielen. Für Planer ist dieser Aspekt besonders relevant, da konzentriertes Arbeiten stark von der Stabilität der unmittelbaren Umgebung abhängt. Visuelle Ruhe, weiche Übergänge im Raum und eine ausgewogene sensorische Atmosphäre unterstützen die Orientierung im Raum und helfen dabei, Aufmerksamkeit über längere Zeiträume aufrechtzuerhalten.
Natur als stabilisierender Faktor.
Studien aus Umweltpsychologie und Arbeitsforschung zeigen, dass natürliche Elemente im Büro einen messbaren Einfluss auf Konzentration und Wohlbefinden haben. Untersuchungen der University of Exeter zeigen beispielsweise, dass Mitarbeitende in begrünten Büroumgebungen bis zu 15 % produktiver arbeiten. Weitere Studien belegen zudem, dass Pflanzen Stress reduzieren und die Leistungsfähigkeit bei konzentrierten Aufgaben verbessern können.
Grünpflanzen, natürliche Materialien und visuelle Bezüge zur Natur können folglich dazu beitragen, mentale Ermüdung zu reduzieren und die Fähigkeit zur fokussierten Arbeit unterstützen. Natur wirkt dabei nicht nur als visuelles Element, sondern als sensorischer Ausgleich in technisch geprägten Arbeitsumgebungen.
Biophile Gestaltung kann hier als sanfter Regulator der Raumwahrnehmung wirken. Pflanzen strukturieren Räume, schaffen visuelle Filter und tragen zu einer ruhigeren räumlichen Atmosphäre bei, ohne die Offenheit moderner Arbeitslandschaften einzuschränken.
Konzentration braucht differenzierte Räume.
Hybride Arbeitsmodelle haben gezeigt, dass standardisierte Arbeitsplatzbereiche allein die Vielfalt heutiger Arbeitsaufgaben nicht mehr abbilden können. Individuelles Arbeiten umfasst unterschiedliche Aufmerksamkeitszustände, vom kurzen Bearbeiten von E-Mails bis zur tiefen, ungestörten Konzentration. Moderne Bürolandschaften benötigen deshalb eine Vielzahl unterschiedlicher Mikroumgebungen: offene Kommunikationsbereiche, halbgeschützte Rückzugsorte, ruhige Fokuszonen oder informelle Arbeitsbereiche wie Work Cafés.
Biophile Gestaltung kann diese Differenzierung unterstützen. Begrünung wirkt als räumlicher Vermittler zwischen verschiedenen Arbeitszonen und schafft Übergänge, ohne starre Grenzen zu setzen. Pflanzen können Blickachsen gliedern, visuelle Dichte reduzieren und geschützte Bereiche entstehen lassen, die konzentriertes Arbeiten erleichtern. Gleichzeitig tragen natürliche Elemente zur multisensorischen Qualität eines Raums bei. Zusammen mit warmen Materialien, differenzierter Beleuchtung und akustisch ruhigen Umgebungen entsteht eine Atmosphäre, die sowohl beruhigend als auch aktivierend wirken kann, ein wichtiger Faktor für nachhaltige Aufmerksamkeit.
Begrünung als Teil der räumlichen Planung.
Entscheidend ist dabei weniger die Anzahl der Pflanzen als ihre Integration in das räumliche Konzept. Vereinzelte Topfpflanzen erfüllen häufig eher eine dekorative Funktion. Ihre Wirkung entfaltet sich vor allem dann, wenn Begrünung systematisch in Architektur und Möblierung integriert wird.
In Möbel integrierte Pflanzen werden nicht als Zusatz wahrgenommen, sondern als Teil der Raumstruktur. Sie begleiten Wegeführungen, definieren Blickachsen und schaffen Übergänge zwischen Arbeitszonen.
Gerade in offenen Bürolandschaften entsteht so eine natürliche räumliche Ordnung, die Orientierung bietet und gleichzeitig visuelle Ruhe unterstützt. Beides zwei zentrale Faktoren für konzentriertes Arbeiten.
Lösungen für biophile Arbeitswelten bei werner works.
Vor diesem Hintergrund entwickelt werner works Möbelsysteme, die Begrünung bewusst als Teil der Raumgestaltung mitdenken. Systeme werden so konzipiert, dass Pflanzen nicht erst nachträglich ergänzt werden müssen, sondern bereits in der Planungsebene integriert werden können.
Pflanzkästen wie die 'basic top' Aufsätze ermöglichen es, Stauraum, Raumgliederung und Begrünung miteinander zu verbinden. Sie werden auf Schrankprogrammen platziert und schaffen zusätzliche grüne Ebenen innerhalb der Raumstruktur. Auch modulare Systeme wie 'HOCKEY' bieten Planern die Möglichkeit, Pflanzen direkt in offene Strukturen zu integrieren. Pflanzkästen werden Teil des Systems und unterstützen die Zonierung von Arbeitsbereichen, ohne deren Offenheit einzuschränken.
So entstehen Arbeitsumgebungen, die funktional klar organisiert sind und gleichzeitig eine ruhige, konzentratonsfördernde Atmosphäre schaffen.
Biophilie als Bestandteil konzentrierter Arbeitswelten.
Im hybriden Büro wird das physische Arbeitsumfeld zunehmend zu einem Ort für Tätigkeiten, die ein hohes Maß an Konzentration erfordern. Entsprechend steigt die Bedeutung von Räumen, die Aufmerksamkeit stabilisieren und mentale Belastung reduzieren.
Biophile Gestaltung kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Sie verbindet räumliche Struktur mit sensorischer Qualität und schafft Umgebungen, die sowohl beruhigend als auch inspirierend wirken.
Für Architekten und Planer eröffnet sich damit ein Ansatz, der Gestaltung, Funktion und Wohlbefinden miteinander verbindet. Begrünung wird nicht als dekoratives Element verstanden, sondern als Teil eines räumlichen Systems, das konzentriertes Arbeiten unterstützt.